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Bochow - Land Brandenburg - von der Blüte bis zur Ernte...
  
  Erdbeeren aus Bochow
  
...landwirtschaftlichen Produkte aus Bochow bringt "Rudi" allwöchentlich zum Wochenmarkt am Karl-August-Platz  /  Marktstand Werder-Obst
  
Text: www.mlur.brandenburg.de Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Referat Gartenbau, Jörg Lübcke, Tel.: 033701/52711
 
  

 

 

 

 

Quelle: www.mlur.brandenburg.de

21.05.2008

Kontakt:
Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Referat Gartenbau, Jörg Lübcke, Tel.: 033701/52711, E-Mail: Jörg.Lübcke@LVLF.Brandenburg.de

Erdbeeren sind für den europäischen Anbau sehr beliebt. Die in Deutschland handelsübliche, großfruchtige Erdbeere entstand aus wiederholten, zufälligen Kreuzungen der kleinen Scharlacherdbeere aus Amerika (Fragaria virginia) mit der großfruchtigen Chileerdbeere (Fragaria chiloensis) schon vor dem 19. Jahrhundert. Haupterntemonate sind in Mitteleuropa Mai und Juni. 

In Brandenburg unterliegen die Erdbeererträge im Freiland starken Schwankungen. Wesentlichen Einfluss auf die Ertragsleistung üben immer wieder klimatische Unbilden wie Winterkälte und lang anhaltende Trockenheit während der Hauptwachstumsphase der Früchte aus. 
Nachdenklich stimmt, dass das durchschnittliche Ertragsniveau mit 36,9 dt/ha (2007) im Freilandanbau mit deutlichem Abstand das niedrigste im gesamten Bundesgebiet war. Dies umso mehr, da bereits Ende der 80er Jahre im havelländischen Obstbaugebiet Erträge von mehr als 100 dt/ha erzielt wurden. 
Mit 348 ha Anbaufläche im Jahr 2007 verfügt Brandenburg nach Sachsen über die zweitgrößte Erdbeeranbaufläche in den neuen Bundesländern. In Deutschland steht der Anbau flächenmäßig an 9. Stelle. Hinzu kommen 5 ha Anbaufläche unter Glas mit einem durchschnittlichen Ertrag von 296 dt/ha. Anbauschwerpunkte finden sich an der Peripherie von Berlin (Landkreise Potsdam-Mittelmark und Oberhavel) im Obstanbaugebiet von Frankfurt (Oder) und im Spreewald.

Anbauflächen und Hektarerträge

Bei der Sortenstruktur dominierte die Sorte "Elsanta" für den Marktanbau, in geringem Umfang werden die Sorten "Darselect" und "Pandora" angebaut. Für die Direktvermarktung werden weiterhin bei den Frühsorten "Elvira", in der mittleren Reifezeit die Sorten "Korona" und "Tenira" sowie einige Spätsorten verwendet.

Regionale Produktion kann die Nachfrage nicht decken

Legt man in Ermangelung regionaler Daten den deutschen Durchschnittsverbrauch aus Markterzeugung (ohne Hausgärten) von 2,5 kg frischer Erdbeeren / Einwohner zugrunde, so ergibt sich folgendes Bild.

Eigenbedarf Berlin-Brandenburg
5,952 Mill. Einwohner * 2,5 kg/Einwohner = 14.880 t
Produktion Berlin-Brandenburg 2007  1.448 t
Sättigung des regionalen Marktes aus heimischer Produktion  9,73 %

Gemäß ZMP Statistik besteht für Erdbeeren ein direkter Marktzugang von 1/3 des Gesamtverbrauchs. In der Region Berlin Brandenburg entspräche dies etwa 5.000 t. Bei einer Gesamtproduktionsmenge von 1.448 t im Jahr 2007 wurde davon weniger als 1/3 realisiert. Daraus wird deutlich, dass in Brandenburg und Berlin der regionale Anbau die Nachfrage der Bevölkerung nach Erdbeeren nicht annähernd decken kann. 
In Folge dessen dominieren im Berliner Umland die Direktvermarktung und Selbstpflücker - für die Verbraucher eine gute Möglichkeit, die Früchte frisch und preiswert zu erwerben. Hinzu kommt in Frankfurt/Oder-Markendorf und in geringerem Umfang im Werderaner Anbaugebiet der Absatz über Erzeugerorganisationen in den organisierten Lebensmitteleinzelhandel. 
Der Erdbeeranbau im Land Brandenburg wird zum überwiegenden Teil nach den Richtlinien der Integrierten Produktion (IP) durchgeführt. Die IP-Anbaufläche betrug im Jahr 2007 zirka 259 Hektar. 
Trotz geringer Eigenproduktion besteht für die Verbraucher in der Region Brandenburg Berlin kein Mangel an Erdbeeren - Produzenten aus dem benachbarten Mecklenburg Vorpommern und dem Ausland sichern ein ausreichendes Erdbeerangebot in der Region.

Gute Chancen für die Ausdehnung der regionalen Erdbeerproduktion

Stellt man die Absatzwege von Frischobst und Erdbeeren gegenüber (Tabelle 1), wird deutlich, dass für Erdbeeren absatzseitig gute Chancen für die Ausdehnung der regionalen Produktion bestehen, da der Erdbeerabsatz insbesondere im Bereich der Discounter eine deutlich geringere Rolle spielt.

Tabelle 1:
Bedeutung der Einkaufstätten für Frischobst in Deutschland 2006

Erdbeeren Frischobst  Einkaufsstätte 
16,8 %  21,5 %  Verbrauchermärkte 
34,9 %  52,3 %  Discounter   
14,1 %  14,3 %  Supermärkte 
SB - Geschäfte
7,2 %  3,0 %  O + G-Stand
11,4 %  4,5 %  Wochenmärkte 
11,7 %  2,0 %  vom Erzeuger 
3,9 % 2,7 % Sonstige
Daten: GfK im Auftrag von CMA und ZMP

    

So wird Frischobst im Allgemeinen zu 52,3 Prozent in den Discountern gekauft, während es bei Erdbeeren bisher nur 34,9 % sind. Mit 11,7 %, 11,4 % und 7,2 % ist der Erdbeerabsatz vom Erzeuger, über den Wochenmarkt bzw. über Obst und Gemüsestände deutlich stärker ausgeprägt als im gesamten Absatz von Frischobst. Da es sich bei den Erdbeeren um leicht verderbliche Ware und damit im organisierten Lebensmitteleinzelhandel nur schwer zu handhabendes Produkt handelt, sind hier auch in den nächsten Jahren keine grundlegenden Veränderungen zu erwarten. 
Ein bisher in der regionalen Erzeugung unterschätztes Segment ist die Produktion von Bio-Erdbeeren in Premium-Qualität, deren Nachfrage bisher nahezu vollständig durch Importe gedeckt wird. 
Absatzseitig bestehen damit gute Chancen für die Ausdehnung der Brandenburger Erdbeerproduktion sowohl im direkten Absatz vom Erzeuger, über den Wochenmarkt bzw. über Obst und Gemüsestände wie auch für Qualitätsware im indirekten Absatz über Erzeugerorganisationen. 
Da jedoch auch gegenwärtig kein Mangel an Erdbeeren in der Region herrscht, wird die Ausdehnung der regionalen Produktion zwangsläufig mit einem Verdrängungswettbewerb einhergehen - zum Vorteil der Kunden, die sich über stabile Preise freuen können.

 

Intensive Kulturführung ist Erfolgsvoraussetzung

Wenn es absatzseitig gute Chancen für die Ausdehnung des Erdbeereanbaues in Brandenburg gibt, bleibt die Frage warum diese Chancen nicht stärker als bisher genutzt werden. 
Klimatisch bedingt, dominieren Angebote aus südlichen Regionen zu Saisonbeginn den hiesigen Markt, während die regionale Produktion erst deutlich später und wiederholt zu Zeiten von Angebotsspitzen auf den Markt kommt. Negativ verstärkend wirkten in den letzten Jahren sehr preiswerte Angebote aus Osteuropa auf dem Berliner Großmarkt. Im Ergebnis dessen entsprach das Preisniveau oft nicht den Erwartungen der Produzenten und beeinflusste die Wirtschaftlichkeit des Anbaues negativ. Mit Abstand betrachtet, sind an dieser Situation auch in den nächsten Jahren keine grundsätzlichen Verbesserungen zu erwarten.
Deutliche Verbesserungen sind hingegen beim Ertragsniveau und somit bei der Wirtschaftlichkeit des Produktionsverfahrens Erdbeeranbau möglich und notwendig. Für die These spricht das deutlich höhere Ertragsniveau von 108 dt/ha im Jahr 2007 in Mecklenburg/Vorpommern, dass unter vergleichbaren natürlichen Standortbedingungen erzielt wurde oder die Ergebnisse aus den 1980er Jahren im Havelland. 
Unternehmerische Initiative, die Nutzung guter Böden bzw. eine langfristige Strategie zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit auf leichteren Standorten, Einhaltung der Fruchtfolge und die Nutzung resistenter Sorten sind hierfür ebenso Voraussetzung wie die exakte Einhaltung aller agrotechnischen Termine (Pflanzbettvorbereitung, Unkrautbekämpfung, klimatisierende Bewässerung, rechtzeitige Ernte,...). 
Betrachtet man die derzeitigen Anbaustrukturen werden zwei weitere Probleme deutlich. In der ganz überwiegenden Zahl der Obstbaubetriebe sind nur geringe betriebliche Erdbeeranbauflächen, oft deutlich unter 5 Hektar, vorhanden. Die Erdbeere ist somit eine Kultur unter vielen anderen, für die notwendige Intensität in der Kulturführung bleibt zu wenig Zeit, dass Ertragsniveau bleibt vergleichsweise gering. Der Verkauf erfolgt auf bzw. am Feld durch Selbstpflücker oder mit Marktstand. Steigende Treibstoffkosten dämpfen die Neigung der Verbraucher zum Einkaufen aufs Land zu fahren jedoch spürbar. 
Nur wenige Quereinsteiger aus dem Gemüsebau gehen einen deutlich anderen Weg: eine vergleichsweise große betriebliche Anbauflächenkonzentration mit intensiver Bewirtschaftung der Erdbeerflächen und einer aktiven Vermarktung über eigene Marktstände in den großen Einkaufszentren der Region, quasi im Lebensumfeld der Kunden. Bereits derzeit wird mehr als jeder zweite Hektar Erdbeeren in Brandenburg auf diese Weise bewirtschaftet und vermarktet. Ein Modell für die Zukunft? In jedem Fall führt an einer deutlichen Ertragssteigerung als Voraussetzung für eine wettbewerbsfähigere Produktion kein Weg vorbei. Gelingt dies, bestehen gute Chancen für eine Ausdehnung der regionalen Produktion - auch im Verdrängungswettbewerb und mit Preisdruck. Dass Erfahrungsaustausch die billigste Investition ist, ist eine bekannte, nach wie vor gültige Erfahrung.

 

Gesund mit Erdbeeren

Wissenschaftler fanden einen hohen Gehalt an Mineralstoffen und Vitamin C sowie eine Vielzahl antioxidativ wirkender Substanzen. Diese Antioxidantien bekämpfen freie Radikale im Körper, die für Schäden an Gefäßen und Zellgeweben verantwortlich sind. Auf der Basis des Frischgewichts ergaben die Analysewerte bei Erdbeeren die höchsten Gehalte an Antioxidantien, gefolgt von Pflaumen, Orangen und roten Trauben. Wegen ihres hohen Eisengehaltes gelten Erdbeeren als wirksames Mittel gegen Blutarmut und Bleichsucht.

Allgemeine Hinweise zur Botanik der Erdbeere
Fragaria x ananassa (Duch.)

Herkunft:  Durch Kreuzung von zwei in Amerika beheimateten Arten Fragaria virginiana (Duch.) x Fragaria chiloensis (L.), seit dem 18. Jahr-hundert in Europa
Habitus: Mehrjährige Rosettenpflanze mit stark gestauchtem Spross, durch Verzweigung des Sprosses bilden sich Seitenkronen vegetative Vermehrung über an Ausläufern gebildete Jungpflanzen
Blütenstand:  Trugdolde mit 7 bis11 Früchten
Frucht: Sammelnussfrucht (Scheinfrucht), die sich aus dem fleischig verdickten Blütenboden entwickelt
Pflanzzeit: Grünpflanzen von Ende Juli bis Anfang August 
Frigo-Pflanzen von Anfang Mai bis Mitte Juni (Frigo-Pflanzen sind im Herbst gerodete und über Winter bei 0 Grad gelagerte Jungpflanzen) 
Containerpflanzen können während der gesamten Vegetationsperiode gepflanzt werden
Standort:  Humose lehmige Sand- bis sandige Lehmböden ohne Staunässe-neigung sind für den Erdbeeranbau optimal geeignet
Düngung: Stallmist zur Vorkultur geben bzw. Kompost vor der Pflanzung einarbeiten bei Bedarf (Nährstoffanalyse) insgesamt 15 bis 20 g je Pflanze eines chloridfreien Volldüngers, ein Drittel vor der Blüte, zwei Drittel nach der Ernte

 

Versorgungszeit mit Erdbeeren aus Brandenburger Anbau

Von Mitte bis Ende April/Mai kommen einheimische Erdbeeren aus Gewächshauskulturen. 
Von Ende Mai bis Mitte Juni stammen die Früchte aus verfrühter Freilandkultur (Abdeckung mit Lochfolie), Mitte Juni bis Mitte Juli aus Freilandkultur (früh-spät reifende Sorten, Tab. 2). Anfang Juli bis Ende Juli sind sie aus Terminkulturen (spezielles Anbauverfahren im Freiland, Verspätung durch Wahl des Pflanztermins und speziell angezogenes Pflanzgut). 
Von August bis September bestimmen mehrmals tragende Sorten das Angebot. Von September bis November kommen Brandenburger Erdbeeren wieder aus Gewächshauskulturen).

Tabelle 2: Kurzcharakteristik einiger Erdbeersorten

Sorte Reifezeit Eigenschaften Eignung
Elvira früh Herkunft: Niederlande
Frucht: groß, kantig, mittelrot, mittelfest bis weich
Geschmack: säuerlich, schwach aromatisch
Frischverzehr
Marmelade
Haneoye früh Herkunft: USA
Frucht: mittelgroß, rundlich, dunkelrot, mittelfest
Geschmack: säuerlich, schwach aromatisch
Pflanze anfällig auf Wurzelkrankheiten
Frischverzehr
Marmelade
Konserve
Elsanta mittelfrüh Herkunft: Niederlande
Frucht: groß- sehr groß, mittelrot, sehr fest
Geschmack: süß, schwach aromatisch
Pflanze anfällig auf Wurzelkrankheiten
Frischverzehr
Darselect mittelfrüh Herkunft: Frankreich
Frucht: sehr groß, kegelförmig, mittelrot, fest
Geschmack: süß, aromatisch
Pflanze anfällig auf Spinnmilben und Mehltau
Frischverzehr
Polka mittel Herkunft: Niederlande
Frucht: mittel - groß, rundlich, dunkelrot, mittelfest
Geschmack: süß mit guter Säure, aromatischPflanze robust, 
Früchte mittel anfällig auf Botrytis
Frischverzehr
Marmelade
Konserve
Senga
Sangana
mittel Herkunft: Deutschland
Frucht: mittel - klein, rundlich, dunkelrot, weich
Geschmack: süß mit guter Säure, aromatisch, 
Früchte sehr anfällig auf Botrytis
Frischverzehr
Marmelade
Konserve
Korona mittel Herkunft: Niederlande
Frucht: groß, kegelförmig, dunkelrot, weich
Geschmack: süß mit guter Säure, sehr aromatisch
Frischverzehr
Marmelade
Konserve
Symphonie mittel Herkunft: Schottland
Frucht: groß, rundlich, mittelrot, sehr fest
Geschmack: süß, wenig aromatisch
Pflanze wenig anfällig auf Wurzelkrankheiten
Frischverzehr
Pagasus spät Herkunft: England
Frucht: groß- sehr groß, rundlich, mittelrot, fest
Geschmack: säuerlich, schwach aromatisch
Pflanze nicht anfällig für Verticillium-Welke
Frischverzehr
Pandora sehr spät Herkunft: England
Frucht: groß, rundlich, dunkelrot, mittelfest
Geschmack: säuerlich, schwach aromatisch
Busch sehr stark wachsend, Früchte anfällig für Botrytis
Frischverzehr
 


Quelle: www.mlur.brandenburg.de

21.05.2008

Kontakt:
Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Referat Gartenbau, Jörg Lübcke, Tel.: 033701/52711, E-Mail: Jörg.Lübcke@LVLF.Brandenburg.de

 

 
  
 
 
 
  
 
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